Konstruktivismus

 

 Einflüsse Konstruktivistischer Didaktik[1]

von Alexander Grass - September 2008

Die der Unterrichtsplanung zugrunde liegende konstruktivistische Didaktik bezieht sich auf langjährige Grundlagenforschung die ihren Weg in verschiedene Unterrichtskonzepte gefunden hat.

Je stärker sich Teilnehmer einer Bildungsmaßnahme mit den Kursinhalten identifizieren können und wissen, wozu sie sich mit den Lerninhalten auseinandersetzen, desto besser sind sie in der Lage ihr Lernen selbst zu steuern und eigene Muster und Schematisierungen zur Modifizierung  von zielgerichteten Handlungen und zielkonformem Verhalten zu entwickeln.

Mit zunehmender Dauer des Kurses mehren und verdichten sich die Kenntnisse.

Aus konstruktivistischer Sicht ist die Erkenntnis, Einsicht, das Begreifen beeinflusst von den Worten, Definitionen und eben Begriffen (Termini) die zur Beschreibung der Lebenswelt zur Verfügung stehen.[2]

Insofern werden im Verlauf des Lernprozesses Begriffe abgeglichen und neue Begriffe eingeführt, um ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln. Das grundlegende Verständnis wird sowohl im Unterrichtsgespräch, als auch anhand von Leittexten erzeugt.

Durch wiederholte Anwendungen auf unterschiedlichen Niveaus[3] erweitert sich schließlich das Handlungsrepertoire der Teilnehmer.

Damit gelten Intensität des Unterrichts, Relevanz der Inhalte und Resonanz im Erleben als Maßstäbe gelungener Unterrichtseinheiten.

Weiterhin ist bekannt, dass jeder Lerner beim Lernen seine eigenen Werte, Überzeugungen, Normen und Vorerfahrungen einsetzt.

Die Interaktion mit anderen Teilnehmern und dem Trainer versetzt ihn in die Lage einen Abgleich mit den Werten, Überzeugungen etc. der anderen vorzunehmen.

Diese Interaktion ermöglicht den Teilnehmern individuell und auf sich selbst bezogen zu differenzieren, was authentisches und was auswendig gelerntes oder sozial erwünschtes Verhalten ist, da sie im Rahmen der Interaktion Rückmeldung über ihre Wirkungsweise erhalten.

Darüberhinaus offenbaren sich in dem Abgleich mit den anderen Teilnehmern fehlerhaft gelernte Fakten, Lücken oder Verständnisschwierigkeiten.

Vor diesem Hintergrund spielen dialogische Methoden[4] (Trainer-Teilnehmer), sowie die angeleitete Partner- oder Gruppenarbeit eine wichtige Rolle.

Die Feedbackrunden am Ende jeder Unterrichtseinheit dienen einerseits den Teilnehmern sich über den erlebten Unterricht zu äußern und Kritik anzubringen und andererseits dem Trainer mit Hilfe dieser Rückmeldungen Konsequenzen für die weiteren Unterrichtseinheiten zu ziehen.



[1] Im Sinne von Kersten Reich, 2006

[2] Ludwig Wittgenstein beschrieb bereits 1921 in seinem Tractatus logico-philosophicus sinngemäß: Wofür man keine Worte hat darüber muss man schweigen. Er drückt damit das grundsätzliche wissenschaftstheoretische Problem aus, dass unterschiedliche Auffassungen oder Meinungen oftmals im unterschiedlichen Sprachgebrauch bzw. –verständnis liegen. Damit lieferte er einen Ansatz der in seiner Weiterentwicklung in den 1960er Jahren zum linguistic-turn führte und damit einen erkenntnistheoretischen Umbruch in den Geisteswissenschaften nach sich zog.

[3] Folgend der Taxonomie von Lernzielen (nach Bloom)

[4] Siehe dazu auch Krope / Lorenz „Pädagogik zwischen Dogmatismus und Autonomie“ Hier wird die dialogische Methode als ein Ansatz zur Vermeidung dogmatischen Lehrverhaltens beschrieben. Dieser Ansatz fördert die Autonomie der Lernenden, was durch die im selben Band dargelegte Studie untermauert wird.

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2018

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